Verschiedene Brillenmodelle

Brillengläser

Für verschiedene Aktivitäten benötigen Sie unterschiedliche Brillenglastypen:
Einstärkengläser

Mit Einstärkengläsernkann eine vorhandene Fehlsichtigkeit korrigiert werden. Das Einstärkenglas wird aus Silikat oder aus Kunststoff gefertigt. Eine eventuell vorhandene Hornhautverkrümmung wird dabei automatisch mit korrigiert.

Mehrstärkengläser

Mehrstärkengläser korrigieren sowohl Fehlsichtigkeit als auch Leseschwäche. Sie ersparen das Wechseln zwischen Lese- und Fernbrille.

Gleitsichtgläser

Gleitsichtgläser sind Allroundgläser. Sie bieten komfortables, stufenloses Sehen auf alle Entfernungen und sind damit die Lösung für die Korrektur mehrerer Fehlsichtigkeiten.

Materialien

Mineralglas

Mineralglas, auch Silikatglas genannt, besitzt eine sehr hohe Oberflächenhärte und ist damit sehr verschleißfest und kratzbeständig. Minerglas ist schwerer als Kunststoffglas. Bei Schlageinwirkung besteht Bruchgefahr. So kann es z.B. bei Autounfällen zu Verletzungen der Augen kommen. Sie sind extrem hitzebeständig. Deswegen werden sie auch gerne für Arbeitsschutzbrillen eingesetzt. Das Farbangebot ist gegenüber dem Kunststoffglas eingeschränkt.

Kunststoffglas

Kunststoffglas (organisches Glas) ist bis zu 50% leichter als Mineralglas und besitzt eine hohe Bruchfestigkeit. Durch Hartversiegelung erreicht man eine gute Verschleißfestigkeit und durch hochbrechende Kunststoffe können dünnere Gläser gefertigt werden, die auch für die Verglasung randloser Brillenfassungen geeignet sind. Die Gläser sind farbveränderlich, das Farbangebot ist sehr umfangreich. Rund 70% aller Brillen werden mit Kunststoffgläsern gefertigt.

Hochbrechendes Glas

Hochbrechendes Glas wird aus Mineralglas oder aus Kunststoffglas hergestellt. Sie werden meistens für stärkere Fehlsichtigkeiten ab +/- 2 dpt. verwendet. Mit hochbrechendem Glas können Brillengläser dünner und flacher gefertigt werden. Dadurch können starke Linsen geschliffen werden, ohne dass das Brillenglas dick ausfallen muss.

Polycarbonatglas

Polycarbonatglas wird aus einem speziellem Kunststoffmaterial gefertigt, ist zu 100% bruchsicher und sehr robust. Es wird deshalb sehr gerne für Halbrandbrillen und randlose Brillen, sowie Sportbrillen eingesetzt.

Entspiegeltes Glas

Durch eine Entspiegelung werden Lichtreflexe auf den Gläsern vermindert. Sie sorgt für ein ermüdungsfreies Sehen und wird -meist in Verbindung mit weiteren Veredelungen– an Ihre persönlichen Bedürfnisse bzw. Einsatzgebiet der Brille angepasst.

Häufige Fehlsichtigkeiten

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Kurzsichtigkeit entsteht fast ausschließlich während der Kindheit und Jugend vor dem 20. Lebensjahr. Bei Kurzsichtigkeit können Gegenstände in der Ferne nicht gut erkannt werden, Unschärfe und Blendung sind die Merkmale. Ist die Kurzsichtigkeit stärker ausgeprägt, kommt es auch im Mittel-Bereich zu Sehschwierigkeiten. Ursache dafür können die Länge oder der Brechwert des Auges sein. Aus der Ferne kommende Lichtstrahlen erzeugen im Normalfall genau auf der Netzhaut ein scharfes Bild. Bei Kurzsichtigkeit werden die Lichtstrahlen aber schon vor der Netzhaut (Retina) vereinigt und gehen danach wieder auseinander. Dadurch wird das Bild unscharf. Für die Korrektur wird ein Minusglas (konkave Linsen) benötigt, damit das Licht weniger stark gebrochen auf der Netzhaut auftrifft, sondern genau gebündelt.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Bei Weitsichtigkeit können dagegen Gegenstände in der Nähe nicht gut bzw. nur unscharf erkannt werden. Merkmale hier sind ebenfalls Unschärfe und Blendung, zusätzlich können Kopfschmerzen auftreten. Ist die Weitsichtigkeit stärker ausgeprägt, kommt es auch im Mittel- und Fernbereich zu Sehschwierigkeiten. Ursache ist im Allgemeinen ein zu kurzes Auge, aber auch eine zu wenig gekrümmte Hornhaut. Lichtstrahlen von Gegenständen in der Nähe treffen sich bei Weitsichtigkeit erst hinter der Netzhaut zu einem scharfen Bild. Ist die Weitsichtigkeit nur gering ausgeprägt, wird das Auge automatisch veranlasst, sich zu krümmen. Durch diese ständige Anstrengung können Kopfschmerzen entstehen. Für die Korrektur wird ein Plusglas (konvexe Linsen) benötigt. Die Weitsichtigkeit wird übrigens nur selten in Schulsehtests festgestellt. Denn dort wird meistens nur das Sehen in der Ferne geprüft.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Die Hornhaut ist normalerweise in alle Richtungen gleichmäßig (sphärisch) gekrümmt. Bei Astigmatismus ist dies nicht mehr der Fall: die Hornhaut ist ist in eine Richtung stärker gekrümmt als in die anderen. Die Krümmungen sind also nicht mehr kugelig, sondern ellipistisch. Dadurch wird einfallendes Licht verschieden gebrochen, Lichtstrahlen können nicht mehr in einem Punkt gebündelt werden. Dadurch ähnelt das Bild einem welligen Spiegel, es kann kein scharfes Bild mehr entstehen. Für die Korrektur werden torische Gläser oder Kontaktlinsen benötigt, die die Lichtstrahlen entsprechend der Hornhautverkrümmung richtig brechen.

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Mit der Alterung verliert das Körpergewebe allmählich an Elastizität, die Linsen unserer Augen werden immer härter. Dadurch kann das Auge sich nicht mehr so gut anpassen und zwischen Ferne und Nähe umschalten. Dies tritt in der Regel zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr zum ersten Mal auf. Kopfschmerzen, Augenbrennen oder Müdigkeit können die Merkmale sein. Das Lesen wird zunehmend schwieriger, die Buchstaben verschwimmen. Für die Korrektur werden unterstützende Gläser für die Nähe benötigt. Diese haben exakt die Stärke, die Ihren Augen zur Fokussierung fehlt. Für scharfes Sehen in Nähe, Ferne, sowie den Zwischenbereichen sind unterschiedliche Stärken notwendig. Gleitsichtgläser helfen hier für korrektes Sehen in den verschiedenen Zonen. Dabei ist der Übergang zwischen den Zonen nicht sichtbar.